Milchschafe

Unser Betrieb ist ganz auf Milchschafhaltung ausgerichtet: Die Milch unserer rund 35 ostfriesischen Milchschafe verkaufen wir an die nahe gelegene Käserei. Mit unseren Lämmern betreiben wir Weidemast oder verkaufen sie zur Zucht weiter. Wir sind Mitglied bei der Schweizerischen Milchschafzucht Genossenschaft SMG, und unsere Tiere sind im Herdebuch registriert.

 

Aus dem Leben unserer Schafe

Wie alle Säugetiere müssen auch die Schafe jährlich Nachwuchs bekommen, bevor sie für einige Monate Milch produzieren. Ihre Milch ist die natürliche Nahrung während den ersten Wochen im Leben ihrer Lämmer. Weil wir die Lämmer schon früh an Heu und Gras gewöhnen und sie nach einigen Wochen absetzen, können wir Menschen anschliessend die Milch nutzen, bis sie gegen Herbst versiegt.

 

Geburt

Die Lämmer kommen immer zwischen Januar und April zur Welt. Sie versuchen bereits innert wenigen Minuten nach der Geburt aufzustehen und zu gehen. Das klappt anfangs eher schlecht und sieht ziemlich wackelig aus, aber nach kurzer Zeit haben sie den Dreh raus. Das Mutterschaf leckt sie sofort nach der Geburt trocken, weil sie noch nass und von Schleim umhüllt sind.

 

Säugen

Die allererste Milch ist die für die Lämmer die wichtigste: es ist die Kolostralmilch, welche eine spezielle Zusammensetzung hat. Diese braucht das Lamm jetzt, weil sie das Immunsystem stärkt.

Die Mutterschafe haben zur Zeit der Geburt ein sehr grosses Euter. Anfangs müssen wir einzelne Schafe nachmelken, weil die Jungen noch nicht alle Milch trinken. Später wenn sie etwas grösser sind, bleibt für uns Menschen keine Milch mehr übrig. Die Lämmer bleiben ungefähr sechs Wochen bei der Mutter und säugen.

 

Melken

Nachdem wir die Mutterschafe von den Lämmern getrennt haben, melken wir sie täglich. Dank der angezüchteten hohen Milchleistung geben sie bis in den Spätherbst Milch. Im Frühling wenn das Gras zu spriessen beginnt, lassen wir sie auf die Weide. In diesen Tagen steigt ihre Milchleistung an, und offensichtlich trägt das Weiden auch ihrem Wohlbefinden bei. Wir melken die Schafe auf einem Melkstand und mit Melkmaschinen, damit geht diese Arbeit einfach und schnell von statten. Sie bekommen auf dem Melkstand leckeres Futter, darum kommen sie liebend gern zum Melken. Wir liefern die gewonnene Milch in eine Käserei, wo sie zu Schafkäse verarbeitet wird.

 

Brunst, Pause und Tragezeit

Gegen Herbst, noch während der Laktation, werden die Schafe brünstig. Wir kaufen alle paar Jahre einen neuen Schafbock, um frisches Blut in den Bestand zu bekommen. Diesen Bock lassen wir nun zu den Auen. Der Bock springt die brünstigen Tiere, und so ist auf natürliche Art und Weise für Nachwuchs gesorgt.

Die Schafe sind etwa fünf Monate trächtig, dann werfen sie wieder. Vorher – gegen Ende Oktober – geht allerdings die Laktationsphase zu Ende, ihre Milch versiegt, und sie haben anschliessend drei bis vier Monate Pause. In dieser Zeit können sie sich erholen und sich auf das Lamm vorbereiten, das in ihrem Bauch wächst.

 

Aufzucht

Die Lämmer lernen bereits in den ersten Wochen ihres Lebens Heu zu fressen – sie schauen bei ihren Müttern ab, und tun es ihnen gleich. Nach ungefähr sechs Wochen trennen wir sie von den Müttern, und verlegen sie in einen separaten Stall. Bald beginnt das Gras zu spriessen, und sie kommen das erste Mal auf die Weide. Das ist eine total neue Welt für sie. Nach anfänglich zaghaftem Herumstehen und nicht Wissen was das alles soll, beginnen sie mit wachsendem Interesse die Gegend zu erkunden. Sie lernen die Grenze der Umzäunung kennen, und begreifen irgendwann, dass man das grüne Zeug am Boden fressen kann. So kommen sie langsam ins "Teenageralter". Bis im Herbst sind sie bereits gross genug, um gedeckt zu werden. Dies geschieht wie bei den Mutterschafen auf natürliche Weise durch den Schafbock.

nach oben

 

Die Rasse

Herkunft

Wie der Name vermuten lässt, stammt das ostfriesische Milchschaf aus Ostfriesland (Norddeutschland). Berichten zufolge ist das ostfriesische Milchschaf den Friesen schon seit 1530 bekannt. Aus einer Art Ur-Schaf wurde durch Einkreuzen mit fremden Rassen das ostfriesische Milchschaf gezüchtet.

Seit 1900 werden ostfriesische Milchschafe in die Schweiz importiert und erfreuen sich seit den 1970ger Jahren wachsender Beliebtheit.

 

Merkmale

Das ostfriesische Milchschaf ist grösser und frühreifer als Fleischschafe. Das Gewicht eines weiblichen Tieres ("Aue") beträgt 50–70 kg, ein männliches Tier ("Bock") kann über 100 kg schwer werden. Die Widerristhöhe von Auen beträgt ca. 70 cm, bei Böcken bis 90 cm.

Das Milchschaf hat in der Regel weisse, lange Wolle. Mehr und mehr verbreitet sind auch schwarze (braune) oder gescheckte ostfriesische Milchschafe. Beine, Kopf, Ohren und der Schwanz bleiben bei diesen Tieren unbewollt. Charakteristisch ist der unbehornte, mit feinen Stichelhaaren besetzte leicht ramsnasige Kopf und die grossen, nach vorne gerichteten Ohren. Das Milchschaf ist ein anhängliches Tier und sucht den Kontakt zum Menschen. In einer kleinen Herde von 20–40 Tieren fühlt es sich am wohlsten.

 

Leistung

Normalerweise bekommt eine Aue einmal pro Jahr zwei Lämmer. Erstlinge haben oft auch nur ein einzelnes Junges. Der Ablammtermin ist jahreszeitabhängig und fällt auf die Monate Januar bis März. Die jährliche Milchleistung beträgt durchschnittlich 200–400 kg. Sie ist sehr stark vom Lebensraum und der unmittelbar daraus resultierenden Futterqualität, der Fütterung und diversen anderen Faktoren abhängig.

 

Wolle

Schafwolle ist ein hochwertiges, natürliches Produkt, das unter anderem sehr gute Isolationseigenschaften hat. Aber auch für Bettdecken und Kissen ist sie besonders gut geeignet. Während die Nachfrage für Schafwolle zwecks Weiterverarbeitung zu hochwertigen Produkten nachlässt, nimmt der Absatz als Rohstoff für Isolationsmaterial zu

 

Schafmilch

Schafmilch hat hervorragende und wertvolle Eigenschaften: Ihr Fettanteil beträgt durchschnittlich 5.5–7 %, ihr Eiweissanteil 5–6 % und der Laktoseanteil 5 %. Schafmilch ist somit wesentlich gehaltvoller als Kuhmilch. Auch enthält sie einen hohen Anteil an Orotsäure (Vitamin B13), die in Kuh- oder Ziegenmilch nicht oder nur in unbedeutenden Mengen vorkommt.

Vitamin B13 beugt Krankheiten vor und hat eine heilende Wirkung. Schafmilch trägt daher in besonderem Masse zu einer gesunden Ernährung bei. Auch eignet sie sich gut für Menschen, die auf Kuhmilch allergisch sind.

nach oben

 

Meadi-Visna frei

Maedi-Visna ist der Name einer virusbedingten Krankheit, die vorwiegend bei Schafen auftritt. Maedi-Visna (abgekürzt mit MVV oder VMV) ist eine meldepflichtige, für Menschen jedoch ungefährliche Tierseuche.  

Die Symptome treten meist erst nach Jahren auf und betreffen vor allem die Lunge (Maedi) oder das Zentralnervensystem (Visna). Auch das Euter oder die Gelenke können betroffen sein. Bislang existiert noch kein Impfstoff für präventive Massnahmen. Hingegen besteht ein Überwachungsprogramm, das regelmässige Kontrollen der Tiere vorsieht. Ostfriesische Milchschafe sollen besonders empfindlich gegenüber MVV sein, darum ist für uns eine Teilnahme an diesem Überwachungsprogramm selbstverständlich. Die Kontrollen erfolgen regelmäßig in Form von Blutproben.

Unser Betrieb ist Maedi-Visna frei.

nach oben